Javascript ist Geschmackssache

Hintergrund

Vielleicht haben Sie auch schon einmal die Erfahrung gemacht, dass auf einer Webseite folgende Meldung zu lesen war: "site requires javascript". In deutscher Sprache und etwas freundlicher könnte auf solch einer Webseite zu lesen sein:

"Sie haben Javascript deaktiviert. Diese Seite funkltioniert nur, wenn Sie es aktivieren."

Manche Webseiten funktionieren nicht, wenn der Besucher in seinem Browser die Ausführung von Javascript abgeschaltet hat. Auf dieser Seite haben wir ein paar allgemeine Informationen zu diesem Thema für Sie zusammengestellt und Sie erfahren auch, wie sich Javascript ein- und ausschalten lässt und was Javascript bewirkt.

Javascript kommt auch im Bereich des Online- bzw. Internet-Banking zum Einsatz. Ohne Javascript funktionieren diese Webseiten nicht. Allerdings verwenden immer noch viele Leute, die Webseiten herstellen, Javascript für Effekte, die - wenn sie denn immer wie gewünscht funktionieren - dem überwiegenden Teil der Besucher auf den Keks gehen. Es sind in solchen Fällen reine Layoutzwecke, die unter Zuhilfenahme von Javascript erzwungen werden sollen. Ein negativer Effekt bei dieser nicht reflektierten Verwendung von Javascript zeigt sich eben dann, wenn aus irgendelchen Gründen die Ausführung von Code durch den User-Agent oder etwa die Firewall verhindert wird.

Einige Programme, die Websites erzeugen, bedienen sich immer noch propietärer Techniken zur Erreichung des gewünschten Effekts (z. B. ein Bilderwechsel beim Mouse-hover-Event), was ebenso ohne Scripting umsetzbar ist. Zur Darstellung und Formatierung der Ausgabe verwenden wir CSS (Cascading Stylesheets) und nichts anderes. Nur so erreichen wir eine Trennung von Layout und Markup, was die Benutzbarkeit natürlich ebenso erhöht, wie der gänzliche Verzicht auf Tabellen für Layoutzwecke.

Auch in diesem Punkt zeigt sich, ob ein Webprojekt solide geplant und durchdacht wurde, oder ob mit propietärer Software etwas zusammengeklickt worden ist, was bestenfalls ein Versuch und Herantasten, niemals jedoch professionelles Webdesign aus unseren Tagen sein kann.

Impressum-Seite öffnen unter Verwendung von Javascript?

Ob der Einsatz von Javascript zum Öffnen eines neuen Fensters, welches eine HTML-Seite mit Impressumsangaben enthält, rechtlich zulässig ist, sei einmal dahingestellt. Denn wenn sich nichts öffnet, obwohl der sichtbare Link zum Impressum durch den aktiven Benutzer angewählt wurde, dann kann dies auch als Verschleierung oder Täuschung (Wettbewerbsrecht, Internetrecht) ausgelegt werden. Es ist in jedem Fall anzuraten, eine Alternative in Form von Text bereitzustellen und diese so zu positionieren, dass der Verweis leicht erreichbar ist.

Javascript für Effekte und Layout?

Wer möchte denn schon freiwillig durch zahllose Fenster klicken und sich grundlegende Funktionen wie zum Beispiel das Kopieren von Text durch den Einsatz von Javascript-Code verbieten lassen? Bunte Schrift kann, wenn sie wohldosiert eingesetzt wird und die Farben geschmackvoll an das Gesamtdesign angepasst wurden, manchmal etwas Schönes sein. Wenn man als Websitebesucher jedoch immer die gleiche sich endlos wiederholende Schrift, die von rechts nach links in die Seite hineinläuft, sehen muss, dann wird der Besuch auf solch einer Webseite zur Tortur.

Auch die in modernen Browsern integrierten Popup-Blocker schaffen es nicht in jedem Fall, Werbelayer, die sich unbemerkt im Hintergrund laden und öffnen, zu unterbinden. Wer Javascript und Plugins im Browseer einfach ausschaltet, hat damit keine Probleme mehr - sollte man annehmen. Um Inhalte zu stylen verwenden wir Cascading Style Sheets (CSS) und kein Javascipt, zumal moderne Browser bestimmte Einschränkungen durch Javascripts nicht zulassen. Bei DHTML-Seiten bleibt bei einigen Besuchern eine leere Seite ohne Inhalt im Browserfenster stehen. AJAX, eine Weiterentwicklung von Javascript-Techniken in Verbindung mit XML und Serverinteraktion erfordert auch die Ausführung von Code - Javascript als Voraussetzung. Trotzdem bieten intelligent kodierte Websites immer die Möglichkeit, an Inhalte zu kommen.

Die FINALNET-Website, die Sie warscheinlich gerade besuchen, ist in jedem Fall benutzbar. Bei deaktiviertem Javascript entstehen dem aktiven Benutzer keine Nachteile, die Seite bleibt benutzbar und das ist gut so. Besucher erhalten an geeigneten Stellen, wo Javascript offenkundig zur Anwendung kommt, Hinweise - also Alternativen.

Was ist Javascript?

Javascript ist eine Skriptsprache, mit der einfache, kleine Programmabläufe auf dem Rechner des Besuchers ausgeführt werden können, um eine Interaktion zu ermöglichen. Dies passiert meistens beim Aufruf einer Seite oder später, aber nur, wenn Javascript angeschaltet und nicht deaktiviert wurde.

Da normale (X)HTML-Seiten absolut statisch und starr sind und auch nicht sehr viele Möglichkeiten bieten, dass sich Inhalte on-the-fly und in Echtzeit ändern - und dies ohne die Seite neu zu laden - greifen Programmierer auf Javascript zurück.

Komfortabel erweist sich Javascript beim Verarbeiten von Formularen für den Besucher, wenn dadurch der Kursor beim Ausfüllen von Eingabefeldern automatisch zum nächsten springt und die Eingaben prüft, bevor sie zum Server gesendet werden. Man nennt solche Javascripte "clientseitig", weil sie - im Gegensatz zu serverseitigen Javascripts - komplett auf dem Rechner des Besuchers ablaufen und somit schnell und ohne Rechenaufwand für den Webserver funktionieren.

Einsatz von Javascript im Bereich Webdesign

In vielen Fällen kann das, was mit dem Einsatz von Javascript erreicht werden soll, auch problemlos durch andere Mittel umgesetzt werden. Die unreflektierte Verwendung von Javascript für Layoutzwecke oder Effekthascherei ist im professionellen Segment des Webdesigns zwar inzwischen verpönt, trotzdem sollte beim Einsatz von Javascript (wenn es sinnvoll für die Performance der Seite ist) darauf geachtet werden, dass stets Alternativinhalte bereitgestellt sind.

Besucher haben ein Recht auf individuelle Anpassung ihrer Browser nach Sicherheitsbedürfnis, Vorlieben und Surfgewohnheiten. Dies gilt im Übrigen auch für Medieninhalte wie z. B. Flash, die nur mit bestimmter Zusatzsoftware benutzt werden können.

Prognose

AJAX ist ein Modell, das die Kommunikation zwischen Client und Server mittels XML und Javascript neu definiert. So ist es inzwischen möglich, Websites mit sich ändernden Inhalten in Echtzeit anzeigen zu lassen, ohne dass dafür jedesmal ein Request an den Webserver gesendet werden muss. Ladezeiten und hohes Trafficaufkommen werden somit vermieden. Google verwendet auch bei Google Maps und anderen Diensten AJAX. AJAX befindet sich gegenwärtig noch in der Entwicklung und Erprobung. Es wird möglicherweise in absehbarer Zukunft breitere Anwendungsbereiche zu nutzen wissen. Ohne Javascript funktionieren AJAX-Applikationen jedoch nicht.

Matthias Koch